Dr. Andreas Schlüter

Artenspektrum, Ökologie und Taxonomie einer Amphibien- und Reptiliengemeinschaften im tropischen Regenwald Perus

Amphibien- und Reptiliengemeinschaften südamerikanischer Tieflandregenwälder können aus über 180 Arten bestehen. Langzeitstudien zur Ökologie amazonischer Amphibiengemeinschaften wurden bereits in verschiedenen Gebieten Brasiliens und Perus durchgeführt. Herpetologische Lebensgemeinschaften des oberen Amazonasbeckens wurden in Ecuador, Peru und Bolivien untersucht. Der Río Llullapichis ist ein östlicher Zufluss des Río Pachitea. Die Artenvielfalt dieses Gebietes entspricht dem typischen Charakter einer Herpetofauna des oberen Amazonasbeckens, in dem Arten sehr unterschiedlicher Verbreitungstypen zusammentreffen. Die seit 1977 durchgeführte Langzeitstudie liefert Informationen über Taxonomie, Lebensraum, Aktivitätszeiten und Nahrung der Arten. Bis heute sind konnten 146 Amphibien- und Reptilienarten aus 24 Familien und 86 Gattungen nachgewiesen werden. Gründe für die hohe Diversität sind die hohe jährliche Niederschlagsmenge, die Vielfalt der Lebensräume, unterschiedliche Ernährungsansprüche und eine Vielzahl von Laichplätzen. Die Herpetofauna temporärer Still- und Fleißgewässer bildet den Schwerpunkt dieser gemeinsam mit Wissenschaftlern des Museo de Historia Natural der Universität San Marcos in Lima durchgeführten Langzeitstudie. Die Auswirkungen anthropogener Einflüsse auf die Artzusammensetzung peruanischer Amphibien- und Reptiliengemeinschaften spielt dabei eine zunehmend wichtigere Rolle.

Leptophis ahaetulla: Dünnschlangen wie Leptophis ahaetulla
sind tagaktive Jäger, die in Bodennähe vor allem Eidechsen, Frösche
und Vögel jagen
Leptophis ahaetulla: Dünnschlangen wie Leptophis ahaetulla sind tagaktive Jäger, die in Bodennähe vor allem Eidechsen, Frösche und Vögel jagen

Artenspektrum und Taxonomie von Amphibien und Reptilien eines venezolanischen Tafelberges

Die südamerikanischen Sandstein-Plateaus, genannt Tepuis, liegen verteilt auf dem Guayana-Schild zwischen den großen Strömen Orinoco und Amazonas. Sie beherbergen einige der artenreichsten tropischen und subtropischen Feucht-Laubwälder der Erde. Die meisten der 97 zwischen 1500 und 3000 m hohen Tafelberge befinden sich im süröstlichen Venezuela. Die geologisch uralten Tepuis haben ihren Ursprung auf dem Superkontinent Gondwana. Die Eigenheiten dieser Gebirge als Evolutionszentren und Lebensräume endemischer Arten selbst auf einzelnen Plateaus machen diese Ökosysteme einzigartig auf der Erde. Das während einer Exkursion auf dem Plateau des Guaiquinima-Tafelberges gesammelte herpetologische Material beinhaltet Frösche, Echsen und Schlangen, die der Wissenschaft bisher nicht bekannt waren.

Guaiquinima: Plateau des Guaiquinima-Tafelberges
Guaiquinima: Plateau des Guaiquinima-Tafelberges

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Phyllomedusa vaillanti 2.jpg5.29 KB

In der Höhle des Löwen: Biologie des südamerikanischen Ameisenfrosches Lithodytes lineatus

Noch bis vor wenigen Jahren war über die Biologie vonLithodytes lineatus nichts bekannt. Das ist nichtverwunderlich, weil dieser Frosch in der Höhle des Löwen, denNestern von Blattschneiderameisen lebt. Die Ameisen dulden ihn,scheint er sich doch hauptsächlich von Nestschädlingen zu ernähren.Eine echte Symbiose? Woran erkennen ihn die wehrhaften Ameisen?Und: an gefangen gehaltenen Tieren konnte im SMNS dieFortpflanzungsweise dieser Frösche erstmals beobachtet undbeschrieben werden. Aber: Wo findet die Fortpfanzung im Freilandstatt? Etwa in der "Höhle des Löwen"?

Lithodytes und Attanest: Lithodytes lineatus, ein Ameisenfrosch,am Eingang eines Nestes der Blattschneiderameisen Attascephalotes
Lithodytes und Attanest: Lithodytes lineatus, ein Ameisenfrosch,am Eingang eines Nestes der Blattschneiderameisen Attascephalotes