PD Dr. Michael W. Rasser

Aktuopaläontologie

Um fossile Ökosysteme und die Lebensweise fossiler Organismen zu rekonstruieren, wird ein so genannter aktualistischer Ansatz benötigt. Dazu werden rezente (heute lebende) Organismen studiert. Über Analogie-Schlüsse werden die Erkenntnisse auf vergleichbare fossile Tier- und Pflanzengruppen übertragen.

rasser_2ab_1_jurariff.jpg: Foto: Fotomontage aus einem rezenten Riff und
einem Jura-Riff
rasser_2ab_1_jurariff.jpg: Foto: Fotomontage aus einem rezenten Riff und einem Jura-Riff



Miozäne Süßwasserschnecken

Die mittel- und obermiozänen nicht-marinen Sedimente im Nördlichen Alpenvorland (Obere Süßwassermolasse und Äquivalente) weisen eine Vielzahl an fossilen Land- und Süßwasserschnecken auf. Ziel des Forschungsprojekts ist die Erhebung der taxonomischen Vielfalt (Biodiversität) und die Rekonstruktion der Lebensräume sowie paläobiogeographische Fragestellungen. 

rasser_2ab_6_mioz_schnecke.jpg: Foto: Miozäne Land- und Süßwasserschnecken von
Steinheim am Albuch
rasser_2ab_6_mioz_schnecke.jpg: Foto: Miozäne Land- und Süßwasserschnecken von Steinheim am Albuch

Ablagerungsräume der Obere Meeresmolasse

Marine miozäne Sedimente des Nördlichen Alpenvorlandes (Molassezone) in Süd- und Südwest-Deutschland werden als Obere Meeresmolasse bezeichnet. Diese Ablagerungen werden in Kooperation mit der Uni Tübingen und der Uni Darmstadt stratigraphisch, paläontologisch und sedimentologisch bearbeitet. Zur Zeit konzentrieren wir uns auf die Lokalitäten Ermingen Lokalität Ermingen, Ursendorf und Rengetsweiler.


Paläogene (alttertiäre) flachmarine Organismenvergesellschaftungen in Zeit und Raum

Tropische flachmarine Lebensräume im Paläogen der Tethys- und Paratethys-Meere unterlagen regionalen und globalen Einflüssen, wie Gebirgsbildung und Klimaschwankungen. Ziel meiner Arbeit ist die Rekonstruktion dieser Lebensräume sowie die Erfassung der Faktoren, die ihre Verbreitung in Zeit und Raum kontrollierten.


Klima-Schwankungen im Paläogen

In diesem Schwerpunkt werden die Auswirkungen von zwei extremen Klima-Schwankungen auf flachmarine Lebensräume bearbeitet: (1) Der Paleozän/Eozän-Grenzbereich (ca. 55 mill. Jahre vor heute) mit der stärksten Temperaturschwankung in der gesamten Erdneuzeit, gefolgt von einer intensiven Artenbildung und (2) Der Eozän/Oligozän-Grenzbereich (ca. 34 mill. J.) mit einer rapiden Abkühlung, die zum Aussterben wichtiger tropischer Organismengruppen führte.

rasser_2ab_2_alveoline.jpg: Foto: Alveolina - ein Mikro-Organismus (ca. 1 mm
breit), der die eo/oligozäne Abkühlungsphase nicht überlebt
hat.
rasser_2ab_2_alveoline.jpg: Foto: Alveolina - ein Mikro-Organismus (ca. 1 mm breit), der die eo/oligozäne Abkühlungsphase nicht überlebt hat.

Jura-Riffe

Im Ober-Jura der Nördlichen Kalkalpen (zu dieser Zeit Teil des Tethys-Meeres) entstanden außergewöhnliche Korallen- und Schwamm-Riffe, die modernen Riffen in vielerlei Hinsicht ähneln. Die Entwicklung der Riffe in Zeit und Raum sowie ihre organismischen Vergesellschaftungen sind die Themen dieses Schwerpunktes.