Prof. Dr. Johanna Eder
Die Forschungsaktivitäten sind in den Themenkreisen
- * Biosystematik und Taxonomie
- * Biogeographie, Paläogeographie und Stratigraphie
- * Ökologie und Ökosystemforschung sowie
- * Biodiversitätsinformatik
- des Forschungsrahmenprogramms des Museums angesiedelt.
Die fossile Flora von Frauenweiler bei Wiesloch, Baden-Württemberg
Am Rande des Rheintalgrabens sind unteroligozäne, marine Schichten aufgeschlossen, die sowohl marine wie terrestrische Organismen (Foraminiferen, Fische, Mollusken, Insekten, Vogel-, Fledermausreste und Pflanzen) führen. Die Erhaltung der Blattreste ermöglicht die Untersuchung der Kutikularstrukturen zur taxonomisch-systematischen Einordnung. Frauenweiler ist für das Verständnis der regionalen Differenzierung von Flora und Vegetation während des Oligozäns bedeutend, da nur wenige unteroligozäne Floren aus diesem Teil Europas bekannt sind. Die Untersuchung anderer Organismengruppen zur Rekonstruktion des Ökosystems Frauenweiler erfolgen im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe und dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt.


Die miozäne Flora des Changbai Gebirges, Jilin, China – Schlüssel zur Evolution von Flora, Vegetation und Klima Eurasiens
In der Region des Changbai Gebirges sind Diatomite zwischen mächtige Basaltdecken eingelagert. Die Diatomite der Ma´anshancun Formation führen eine reiche Flora (Blätter, Früchte und Samen, Pollen, Diatomeen). Aus den Basalten liegt ein radiometrisches Alter von 13.4 Mill. Jahren vor. Eine repräsentative Sammlung fossiler Pflanzen beherbergt die Universität Jilin. Da die Pflanzenreste organisch erhalten sind, ist die Anwendung der Kutikularanalyse möglich. Die systematischen Untersuchungen bilden die Grundlage für regionale Vegetationsrekonstruktion und den Vergleich mit anderen eurasiatischen Floren ähnlichen Alters. Die Ergebnisse werden wesentlich zum Verständnis der Vegetations- und Klimaentwicklung in Eurasien beitragen. Das Projekt wird in Kooperation mit Prof. Sun Ge und Mitarbeitern der Universität Jilin/Normal University Shenyang (Koordination Paläobotanik/Geologie), Dr. Angela Bruch, Senckenberg, Frankfurt/Main (Untersuchung der Pollen) und Dr. Katarzyna Stachura-Suchoples, Alfred Wegener Institute Potsdam (Diatomeen) durchgeführt. Finanzielle Untestützung: Projekt GZ295 des Sino-German Center of Science Promotion und Projekt 111 China.

Wechsel von Flora und Vegetation in Eurasien im Tertiär. Datenbank Europäischer/Westasiatischer Floren
Die Datenbank umfasst rund 1000 fossile Floren vor allem aus dem Neogen. Neben Taxa mit gegebenenfalls kritischen Anmerkungen und Revisionen werden u.a. Ablagerungsfazies, Alter und angewandte Datierungsmethode erfasst. PANFLEURAS dient als Basis zur Erstellung von Paläovegetationskarten.Environments and Ecosystem Dynamics of the Eurasian Neogene (EEDEN)
Wissenschaftsprogramm der European Science Foundation
(Leitung der Arbeitsgruppe: Vegetationsgeschichte und Klimarekonstruktion)
Laufzeit: 2000-2005
Zur Darstellung der räumlichen und zeitlichen Verbreitung von Vegetationsformationen und ihrer Merkmale (Anteil sommergüner, immergrüner, sklerophyller Gehölze) wurde ein methodisch neuer Ansatz entwickelt. Dieser berücksichtigt botanische Zugehörigkeit der Arten, blattphysiognomische Merkmale, sowie ökologische Ansprüche der Taxa. Die Ergebnisse werden mittels GIS-Software auf geografischen Karten dargestellt.

Die obermiozäne Flora von Mataschen (Steiermark, Österreich)
Laufzeit: 2002-2006
Mataschen, ein bis vor kurzem unbekannter Pflanzenfundort, befindet sich am Westrand des Pannonischen Beckens nahe der österreichisch/ungarischen Grenze. Hoher Artenreichtum und ein hoher Prozentsatz immergrüner Gehölze unterscheiden die Flora von Mataschen von den sehr zahlreich bekannten Floren etwa gleichen Alters in Mitteleuropa. Wärmere und feuchtere Klimabedingungen als durch andere Floren indiziert sind für die Zeit der Ablagerung der pflanzenführenden Sedimente von Mataschen anzunehmen. Für Rekonstruktion und Modellierung von Vegetation und Modellierung von Vegetation und Klima im gesamt-europäischen Kontext besitzt Mataschen eine besondere Bedeutung.


Miozäne terrestrische Lebensräume dokumentiert in Floren aus spaltbaren Sedimenten
Projekt 13741-BIO des Österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (Projektleiterin); im Rahmen des Projektpaketes: Veränderungen in miozänen ostalpinen Ökosystemen unter dem Einfluss geodynamischer Prozesse.
Projektmitarbeiter: M. Akhmetiev (Moscow), L. Hably (Budapest), Z. Kvacek (Prag), M. Stroebitzer-Hermann (Wien), J. Wojcicki (Krakow)
Laufzeit: 2000-2002


Paläobotanische Untersuchungen im Braunkohlerevier Köflach-Voitsberg
Paläobotanische Untersuchungen im Braunkohlerevier Köflach-Voitsberg
P 10337-GEO des Österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (Projektleiterin); im Rahmen des Projektpaketes: Geologie, Paläontologie und Stratigraphie des Köflach-Voitsberg Braunkohlereviers.
Projektmitarbeiter: D. K. Ferguson, B. Meller, R. Zetter (Wien)
Laufzeit: 1996-1998


Paläontologische Typen in österreichischen Sammlungen
Paläontologische Typen in österreichischen Sammlungen
Projektleitung und wissenschaftliches Datenbankmanagement 1994-2002; Finanzierung durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichische National Bank und das Naturhistorische Museum Wien