Sammlung Botanik
Das Flechtenherbar in Stuttgart
Mit rund 85.000 größtenteils aufgearbeiteten Belegen gehört das Flechtenherbar in Stuttgart zu den umfangreichsten seiner Art. Es umfasst etwa 6800 Arten mit 300 Typenbelegen. Seit 1975 wurde das Flechtenherbar von Volkmar Wirth hauptamtlich betreut. Etwa 35.000 Proben hat er im Laufe mehrerer Jahrzehnte für das Herbar gesammelt.
Im Flechtenherbar ist auch eine rund 16.000 Proben umfassende Sammlung von Exsiccaten-Werken enthalten, die vor allem auf Initiative von Wirth an das Museum gelangt sind. Die ältesten stammen von Gottfried Gärtner (Flora der Wetterau, 1799-1802) und L. Reichenbach & C. Schubert (1822-1826). Weitere wichtige Exsiccate stammen von A.Vezda (Tschechien), F.Arnold (Franken), Wartmann & Schenk (Schweiz), Jack, Leiner & Stizenberger (Baden-Württemberg), Rabenhorst (Europa).
Die älteren Sammlungsteile bestehen aus den Herbarien von F. Hegelmaier, F. Sautermeister, E. Schüz. Wertvolle Belege von G. Kurr sind durch das Herbar der TH Stuttgart ans Haus gekommen. Aus neuerer Zeit sind als Zugang das Herbar K. Bertsch mit zahlreichen Belegen von M., Eggler und Aufsammlungen von R. Türk besonders erwähnenswert. Geografisch liegt der Schwerpunkt in Baden-Württemberg. Die Sammlung ist Grundlage der von Wirth verfassten "Flechtenflora" und des Werkes "Die Flechten Baden-Württembergs". Umfangreiches Material liegt außerdem aus Mitteleuropa, besonders den Silikatmittelgebirgen (Wirth), den Alpen (Türk), dem Mittelmeergebiet (P.L. Nimis), und den Trockengebieten Südafrikas und Südamerikas (Wirth) vor
Das Moosherbar in Stuttgart
Begründer des Moosherbars war Georg von Martens (1788-1872). Das alte Herbar, das sich aus mehreren Quellen speist, wird als Landesherbar bezeichnet. Der älteste Beleg aus dieser Sammlung stammt aus dem Jahr 1792. Die Betreuung des Landesherbars lag in den Händen von Georg von Martens. Dieses Herbar war Grundlage für die erste Florenlisten der Moose Württembergs, die 1862 erschienen ist. Die wichtigste Erweiterung war das Herbar von Friedrich Hegelmaier (1833-1906) mit 9.000 Belegen, die zwischen 1862 und 1904 gesammelt wurden. In diesen Aufsammlungen waren auch zahlreiche Belege von Carl Albert Kemmler (1813-1888) enthalten. Hegelmaier hat viel getauscht vor allem mit skandinavischen Sammlern. Von Lorenz Herter (1857-1888) liegen zahlreiche Belege in Stuttgart, der größere Teil der Sammlung liegt aber im Herbar TUB. Ein weiterer wertvoller Zugang war das Herbar Karl Bertsch (1878-1965) mit 9.000 Belege (nur Laubmoose, der Verbleib der Lebermoose ist leider unbekannt). Hier enthalten ist die umfangreiche Sammlung von Max Eggler (18XX?-1944). Den größten Zuwachs erhielt das Moos-Herbar STU durch den Kauf des Herbars von Fritz Koppe (1896-1981) mit rund 40.000 Belegen. Aus dem Herbar Ruprecht Düll sind im Laufe der Jahre rund 23.000 Belege in den Besitz des Museums übergegangen. Nach von Martens wurde das Moosherbar nicht mehr besonders betreut. Erst seit 1975 wurde unter der Leitung von Volkmar Wirth wieder mit einer systematischen Aufarbeitung der Bestände begonnen. In dieser Zeit wurden rund 20.000 Belege zugänglich gemacht. Seit 1989 betreut Martin Nebel die Moossammlung hauptamtlich. Heute sind 2.400 Laubmoosarten in 110.000 Belegen und 1.250 Lebermoosarten in 30.000 Belegen in einer Datenbank erfasst.
Geografisch liegt der Schwerpunkt der Sammlung in Baden-Württemberg. Darüber hinaus sind die Alpen (Hegelmaier, Eggler, Koppe, aktuelle Aufsammlungen), Nord- und Ostdeutschland (Koppe), Griechenland (Düll, aktuelle Aufsammlungen), Spanien, vor allem Balearen (Hegelmaier, Koppe) und außerhalb Europas Zypern, Madeira und die Kanaren (Koppe) weitere Sammlungsschwerpunkte. In neuester Zeit sind besonders durch Alfons Schäfer-Verwimp zahlreiche Belege aus den Tropen hinzugekommen, dabei liegt der Schwerpunkt in der Neotropis, besonders in Ecuador.
Das Pilzherbar in Stuttgart
Das Pilzherbar enthält ca. 100000 Belege und wurde über 40 Jahre ehrenamtlich von Hans Haas geführt. Es besteht überwiegend aus Aufsammlungen von H. Haas, M. Hallermeier, F.L. Sautermeister, A. Gminder und dem Fungarium G. Krieglsteiner. Auch eine umfangreiche Sammlung von Pilzaquarellen ist vorhanden. Sie stammen überwiegend von Theodor Gottschik, Hans Spaeth, Elisabeth Schaupp, Hanna Maser, Otto Baral, August Hahne und Hans Haas. In unaufgearbeiteten Herbarien (z.B. von E. Schüz) sind Exsiccatensammlungen von P. Sydow, L. Fuckel, O. Jaap und W. Krieger vorhanden. Auch eine große Rostpilz-Sammlung von K. Müller, F.L. Sautermeister und K. Bertsch wartet noch auf die Aufarbeitung.