Dr. Andreas Zwick
Dr. Andreas Zwick
Molekulare Phylogenie der nicht-endopterygoten Hexapoden
Die Hexapoda umfassen über 70% aller beschriebenen Tierarten, wobei fast alle dieser Arten zu der Klasse der Insekten gehören. Welche Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Insekten und den anderen Hexapoden (Collembola, Protura, Diplura) sowie zwischen den Ordnungen der Insekten mit unvollständiger Metamorphose bestehen, ist ein viel und kontrovers diskutiertes Thema. Merkmalsverteilungen auch von scheinbar einzigartigen Strukturen führen zu inkompatiblen phylogenetischen Hypothesen, und auch molekulare Merkmale unterstützen z.T. widersprüchliche Topologien und sind selten statistisch robust.
Auf einem molekularen Datensatz für Arthropoden (80 Taxa, 62 Gene) aufbauend, wurden Sequenzdaten von 29 protein-kodierenden Kerngenen für ca. 60 weitere Hexapoden am UMBI (USA) gewonnen und werden nun analysiert. Mit diesen Daten sollen vor allem die Verwandtschaftsverhältnisse von Protura, Collembola, Diplura, Ephemeroptera, Odonata, Plecoptera, Dermaptera, Embioptera, Zoraptera und Notoptera untersucht werden.
Höhere Phylogenie der Lepidopteren
Methodische Aspekte von phylogenetischen Analysen
Phylogenie der Bombycoidea (Lepidoptera)
Die Bombycoidea sind eine kleinere Überfamilie von 12 Familien mit ca. 5.000 beschriebenen Arten von überwiegend mittel- bis sehr großen Nachtfaltern. Die Namen mehrerer dieser Familien sind vielen geläufig, da sie gut bekannte Arten und molekulare Modellorganismen wie z.B. den Seidenspinner Bombyx mori (Bombycidae), den Tabakschwärmer Manduca sexta (Sphingidae) und diverse Pfauenspinner (Saturniidae; z.B. Antheraea spp., Samia spp.) beinhalten. Im Gegensatz zu diesen populäreren Familien sind jedoch die meisten anderen, oft viel kleineren Familien der Bombycoidea eher unbekannt und z.T. auch taxonomisch wenig untersucht. Bezüglich der Verwandtschaftsverhältnisse wurden von Minet (1994) detaillierte Hypothesen aufgestellt, welche in der Literatur weite Akzeptanz gefunden haben. Allerdings widersprechen neuere molekulare Untersuchungen (Regier et al. 2008; Zwick 2008) dem Minet'schen System in sehr vielen Punkten und werfen Fragen über die Verteilung und Homologie der von Minet verwendeten Merkmale auf.
Mittels weiterer molekularer Daten (50 Taxa, 25 Gene) werden bestehende phylogenetische Hypothesen getestet (Abschluss eines Projektes am UMBI) und morphologische Strukturen sollen in Hinblick auf ihre Homologie erneut untersucht werden. Ebenso sollen ausgewählte, kleinere Familien, wie z.B. die Eupterotiden, Antheliden und Bombyciden, mit Hilfe molekularer und morphologischer Merkmale systematisch und taxonomisch untersucht werden.
Taxonomische Revision der Gattung Syrastrena (Lepidoptera: Lasiocampidae)
Die asiatische Gattung Syrastrena umfasst 12 beschriebene Arten und Unterarten, die äußerlich unscheinbar und nicht zuverlässig unterscheidbar sind. Obwohl die Gattung bereits mehrfach taxonomisch bearbeitet wurde, gibt es mehrere neue Synonyme und unbeschriebene Arten. Die Revision basiert vor allem auf dem ungewöhnlich umfangreichen Material im Museum Witt, München und nutzt die zahlreichen Merkmale, welche die stark abgeleiteten und komplexen männlichen Genitalstrukturen bieten.