Dipl.-Biol. Ute Eulitz
Subfossile Käferfragmente aus einem neolithischen Brunnen in Sachsen
Der Großteil der Fragmente sind isolierte Flügeldecken, Köpfe, Halsschilde und Hinterleibssternite, nur vereinzelt sind Beinteile oder Mandibeln zu finden. Eine Bestimmung der Arten ist nur bedingt mit der einschlägigen Literatur möglich, die eine kombinierte Betrachtung verschiedener Körperteile voraussetzt – was auch Antennen und Tarsen einschließt, die in den Aufsammlungen gar nicht vertreten sind. Deshalb ist der Vergleich des fossilen Materials mit rezentem Material sehr wichtig. Im Lichtmikroskop können erste Struktur- und Formmerkmale untersucht werden; mittels Rasterelektronenmikroskop werden dann Oberflächenstrukturen und andere Details verglichen. Längerfristiges Ziel ist es, neue Bestimmungsmerkmale in der Feinstruktur zu finden, die z.B. anhand einzelner Elytren eine Artbestimmung erlaubt.
Bearbeitung der Brentidae-Sammlung
Eine weitere Aufgabe ist die Neuaufstellung der Brentidae, sowie die Bestimmung von unbestimmtem Material. Die Brentidae (dt. Langkäfer) gehören zu den Curculioniden und sind weltweit verbreitet, wobei ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Tropen liegt. Die meisten Brentidae sind Regenwaldbewohner, einige Gattungen und Arten kommen aber auch in gemäßigten oder ariden Gebieten vor. Die Mehrheit der Wald-bewohnenden Arten sind xylophag und leben unter der Rinde von totem oder morschem Holz. Myrmekophile Arten kommen v.a. in Trockengebieten vor. Die Brentidae-Arten zeigen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus.