Dr. Arno Wörz
"Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs": Flora und Verbreitungsatlas von Baden-Württemberg
Im Rahmen dieses Grundlagenwerkes wurde die gesamte Flora Baden-Württembergs auf Quadranten-Basis kartiert. Es entstand u. a. eine Datenbank der Flora des Landes mit ca. 1 000 000 Datensätzen. Mit der Herausgabe der 8 Bände der "Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs" war auch eine taxonomische Aufarbeiteung der Pflanzenwelt verbunden.
Die Datenbank wird fortgeführt und laufend ergänzt. Weitere, bisher wenig beachtete oder mangelhaft kartierte Arten oder Artengruppen werden gezielt bearbeitet, z. B. die Gattung Corydalis. Erstaunlicherweise sind auch in einen floristisch sehr gut bekannten Gebiet wie Baden-Württemberg noch Wissenslücken vorhanden und interessante Neufunde möglich.
Untersuchungen zur Systematik und Standortwahl der Gattung Astrantia (Apiaceae - Saniculoideae). Abgeschlossen 2001.
Mit dieser Untersuchung konnten die Verwandtschaftsverhältnisse der Arten der Gattung Astrantia und ihre Beziehung zu den Standortverhältnissen geklärt werden. Es zeigte sich, daß morphologisch und cytologisch abgeleitete Arten auch in ihren Standortansprüchen von den ursprünglichen abweichen. Dabei kann A. minor, die Art mit den meisten abgeleiteten Merkmalen, als einzige auf kalkarmem Untergrund vorkommen. Sie dringt am weitesten nach Westen, bis in die Französischen Alpen und die Pyrenäen vor. Der Polyploid-Komplex von Astrantia major L. wurde an Hand biometrischer Messungen untersucht und taxonomisch gegliedert. Mit den Untersuchungen konnte gezeigt werden, wie wichtig ökologsiche Merkmale für das Verständnis vor Arten und ihrer Verwandtschaft und ihrer Evolution sind.
Biosystematische Revision der Gattung Eryngium L.(Apiaceae-Saniculoideae). Laufendes Projekt.
Die Gattung Eryngium ist mit ca. 250 Arten die größte der Apiaceen. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurde eine neue Untergliederung der Gattung vorgenommen. Derzeit werden die europäischen, asiatischen und nordafrikanischen Arten revidiert, von denen etwa 2/3 bereits fertiggestellt sind. Nach der Veröffentlichung dieses ersten Teiles sollen die zahlreicheren und komplizierteren neuweltlichen Arten bearbeitet werden. Das Ziel ist es, eine umfassende monographische Bearbeitung der Gattung vorzunehmen. Neben den klassischen morphologischen Merkmalen wurden Chromosomenzahlen gezählt und - in Kooperation mit dem Institut für Spezielle Botanik und Botanischer Garten in Mainz - eine DNA-Analyse durchgeführt.
Unio itinerariae - der Esslinger Tauschverein: laufendes Projekt.
Im Juli 1825 erfolgte ein Aufruf im "Correspondenzblatt des württembergischen landwirtschaftlichen Vereins" zur Gründung eines Botanischen Reisevereins. Dies war die Geburtsstunde einer einzigartigen Institution: als "Aktiengesellschaft" aufgebaut organisierte sie mit dem Geld ihrer "Aktionäre" botanische Sammelreisen in damals (und zum Teil noch heute) entlegene Gebiete. Die Ausbeute wurde entsprechend der Aktieneinlage unter die Mitglieder des Reisevereins verteilt. Die Pyrenäen, Algerien, Nubien, Abessinien, Griechenland, die Türkei, die Azoren und einiges mehr waren die Ziele dieser Unternehmungen. In fast allen größeren Hebarien der Welt liegt Material des "U. i.". Der vielfach unbekannte Hintergrund soll der Fachwelt mit diesem Projekt dargelegt werden. Ferner sollen die Hintergründe aufgearbeitet und die Wirkung auf die botanische Forschung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts untersucht werden.